200 verfolgten Maloneys Ermittlungen in Gisikon

Rontaler vom 18. April 2013

Am vergangenen Freitagabend lockte Philip Maloney das Publikum in Scharen ins Gisikoner Zentrum Mühlehof und begeisterte mit seinen haarsträubenden Fällen Jung und Alt.

„Äs isch ä gfroitä Aablick.“ So begrüsste Regula Roggenbach, Leiterin der Bibliothek Root, die rund 200 Zuhörerinnen und Zuhörer, die zur szenischen Lesung von Jodok Seidl und Michael Schacht ins Zentrum Mühlehof gekommen waren. Die Angst der Gemeinderäte, die versprochen hatten, ein allfälliges Defizit zu decken, habe sich nun in Luft aufgelöst. So originell wie die Einleitungsworte der Bibliotheksleiterin waren, so unterhaltsam setzte sich der Abend fort. Philip Maloney und der leicht vertrottelte Polizist hatten zuerst den Fall einer paketsüchtigen Frau zu lösen, die inmitten eines Päcklistapels ermordet aufgefunden worden war. Die beiden Schauspieler schlüpfen gekonnt in die Rollen verschiedener Verdächtiger und Beteiligter, vom verzweifelten Ehemann über den dubiosen Psychologen bis zur geschwätzigen Nachbarin. Mit witzigen Dialogen kämpften sie sich durch die Sümpfe menschlicher Eigenarten und fanden schliesslich die überraschende Lösung.

Nach der Pause war „Big Business“ angesagt, als Maloney zu klären hat, wer die Firma Würmli zur Schnecke machen will und warum beim Unternehmen der Wurm drin ist. Natürlich war auch da ein Mord unvermeidlich, und die Schnecke Paul spielt eine wichtige Rolle. Und weil für die beiden Darsteller wohl klar war, dass sich das Publikum nicht mit den beiden Fällen begnügen würde, blieb auch eine amüsante Zugabe nicht aus. Wie schon in den beiden vorgängigen Teilen war auch dieser gespickt mit geistreichen, humorvollen Ausflüge in die allgemeine Weltlage

Hörspielerlebnis auf der Bühne
Noch nie seien so viele Leute in im Saal des Zentrums Mühlematt versammelt gewesen, stellte Regula Roggenbach zu Beginn der Veranstaltung fest. Dies zeigt, dass die Bibliothek Root-Gisikon-Honau als Veranstalterin den richtigen Riecher hat für das, was das Publikum will. Das grosse Interesse ist aber auch ein weiterer Beweis dafür, dass die Erfolgsstory der „haarsträubenden Fälle des Philip Maloney“, die seit 1989 am Sonntagvormittag auf SRF3 ausgestrahlt werden, noch lange nicht zu Ende ist. Bereits seit 16 Jahren sind Jodok Seidel und Michael Schacht mit ihren szenischen Lesungen unterwegs und machen die beliebten Hörspiele des Schweizer Autors Roger Graf auch auf der Bühne zum Ereignis. Auffallend war auch die gute Altersdurchmischung des Publikums. Maloney und der namenlose Polizist begeisterten alle Generationen, von den Schülern bis zu den Rentnern.

philip_maloney