Aus Gisikon nach Portugal

Luzerner Rundschau vom 9. Februar 2018

Stefan und Corinne Gfeller, besser bekannt als „Zibbz“, vertreten im Mai die Schweiz beim Eurovision Song Contest in Portugal. Das Geschwisterpaar lebt zeitweise in Gisikon.

Wer in eine Musikerfamilie hineingeboren wird, der schlägt oftmals im späteren Leben ebenfalls einen Weg ein, der auf die eine oder andere Bühne führt. So auch bei den Geschwistern Stefan und Corinne Gfeller, die in der Schweiz bereits mit zahlreichen Künstlern auftraten. Die beiden sind vor einiger Zeit nach Gisikon gezogen. Zumindest so halbwegs. Das musikalische Geschwisterpaar lebt gut eine Hälfte des Jahres in Los Angeles. Dort steht ihr eigenes Studio, denn mittlerweile produzieren die zwei ihre Musik inklusive der Videos selbst. Teilweise wurden sie vom Jugendsender „Joiz“ auf dieser Reise begleitet, einmal in der Woche gaben die beiden dort einen Einblick in das nicht immer ganz so einfach Leben in den USA. Ihre Fangemeinde wächst nicht erst seitdem stetig und dürfte in den kommenden Wochen und Monaten nochmals explosionsartig in die Höhe schnellen.

Denn „Zibbz“ haben sich am Sonntag, dem 4. Februar 2018, gegen insgesamt fünf andere Schweizer Konkurrenten durchgesetzt und werden die Schweiz im Mai 2018 beim Eurovision Song Contest vertreten. Eine siebenköpfige Jury und das Publikum stimmten zu jeweils 50 % ab und kürzen „Zibbz“ zum Sieger. Ihr Song „Stones“, der im Suisa Songwriting Camp zusammen mit der kanadischen, vielfach mit Preisen ausgezeichneten Songwriterin Laurell Barker, entstand, hebt sich vom oftmals glamourösen und leichten Image des ESC ab. Als Inspiration diente ein ganz alltägliches Thema: Mobbing im Internet. Wo Menschen sich anonym fühlen, sinkt oft die Hemmschwelle und teils heftige Beleidigungen und sogar Morddrohungen, wie zuletzt im Falle Jolanda Spiess-Hegglin oder Jonas Projer, werden ausgesprochen. Für jeden prominenten Fall gibt es unzählige weitere Fälle, die wahllos Menschen aller Altergruppen und Herkunft treffen. „Stones“ ruft dazu auf, toleranter zu sein, mit der virtuellen Steinigung aufzuhören und die Menschen einfach so leben zu lassen, wie sie möchten, ohne dass sie sich verstecken müssen oder sich nicht trauen, ihre Meinung kund zu tun.

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