Eierfärben mit Unkraut und Gemüse

Rigi Anzeiger vom 24. März 2016

Seit 10 Jahren färbt Cornelia Boner für das Eiertütschen des Dorfvereins am Ostersonntag die Eier. Uns hat sie verraten, wie sie das macht.

Das Eierfärben ist eine Jahrtausende alte und über die ganze Welt verbreitete Tradition. Viele färben ein paar Eier, bei Cornelia Boner sind es für das traditionelle Eiertütschen des Dorfvereins Gisikon-Honau zwischen 80 bis 100 Stück. Sie erklärt: «Ich verwende Gräser oder Unkraut aus dem Garten (z.B. Löwenzahn), die ich um die Eier wickle. Von einer kaputten Nylon-Strumphose schneide ich die Beine ab und schiebe vorsichtig ein Ei nach dem anderen hinein. Zwischen den einzelnen Eiern mache ich einen Knopf. Für das Färben verwende ich Naturfarben wie Blauholz, Rotholz oder Zwiebelschalen. Davon gebe ich jeweils ein bis zwei Löffel ins kalte Wasser und lege die Strümpfe mit den Eiern hinein. Nach dem Kochen des Wassers reduziere ich die Hitze und lasse die Eier 10 bis 12 Minuten weiter kochen. Anschliessend lege ich die Eier ins kalte Wasser (zum Abschrecken). Die Strümpfe werden danach aufgeschnitten, die Eier entnommen und mit einem Haushaltstuch getrocknet. Damit sie schön glänzen, reibe ich sie mit Öl ein.» Rund einen halben Tag benötigt Cornelia Boner für das Färben der zahlreichen Eier.

Weitere Färbe-Hilfsmittel
Farben für Ostereier können auch mit Pflanzen, Gemüse und Früchten hergestellt werden. Im Buch «Ostereier natürlich gestalten» (Verlag Topp) empfiehlt die Autorin Cornelia Milan beispielsweise ein Kurkuma-Bad für die Eier. Damit wird ein kräftiges Gelb erzielt. Gekochte Eier in Säften von Karotten, Zitronen und Orangen gelegt, werden gelblich-orange. Gekocht werden können die Eier auch in einer Tinktur aus grünem Gemüse. Das kräftigste Grün kann aus Petersilie gewonnen werden. Blau und Lila werden die Eier, wenn zuerst rote Zwiebel, rote und schwarze Johannisbeeren und geriebenes Rotkraut gekocht und dann die Eier dazu gegeben werden. Kräftig Rot werden die Eier, wenn sie mit geriebener Rande bestreicht oder in ihr gewendet werden.

Tipps zum Eiertütschen
Am Ostersonntag, ab 11 Uhr, startet im Zentrum Mühlehof, das traditionelle Eiertütschen des Dorfvereins Gisikon-Honau. Dabei treten Erwachsene und Kinder in je einer Kategorie gegeneinander an. Bei der Wahl des Eies nehmen sich die Teilnehmenden Zeit, lassen zuerst ihre Augenpaare über die von Cornelia Boners gefärbten Eier wandern. Ein jeder möchte natürlich das Beste erwischen, dasjenige, das am meisten Runden durchhält. Dann wird getütscht, Spitz gegen Spitz und Füdli gegen Füdli. Sowohl für die Beteiligten wie auch für Zuschauer ist dieser Anlass ein Gaudi. Wie man die Chancen beim Tütschen (auch zuhause) verbessern kann? Indem man vor allem kleine Eier auswählt, denn diese sind stabiler als die grossen. Das Ei fest mit der Hand umschliessen, verbessert zudem die Stabilität.

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