Gisikon kann ein Haus für altersgerechtes Wohnen kaufen

Rontaler vom 5. Dezember 2013

Feuerwehr-Fusion und Sonderkredit an der Gemeindeversammlung vom 27. November

Ein Punkt gab an der Gemeindeversammlung vom 27. November viel zu reden: der 5.5-Millionen-Kredit für den Erwerb von elf altersgerechten Wohnungen in der Überbauung Sirius. Mit einem überraschend guten Resultat sagten die Gisikonerinnen und Gisikoner jedoch ja dazu und hiessen auch alle übrigen Geschäfte gut.

«Die Gemeinde steht vor einem wegweisenden Entscheid», betonte Gemeindepräsident Alois Muri zu Beginn der Gemeindeversammlung vom Mittwoch der vergangenen Woche. Er sprach damit das erste Traktandum an, das den Sonderkredit von 5.5 Millionen Franken für den Kauf einer Liegenschaft mit elf Wohnungen am Hang des Rooterbergs entlang der Kantonsstrasse beinhaltete. Gisikon will die Wohnungen altersgerecht konzipieren und diese an ältere Menschen vermieten, die zum Beispiel aus ihren Häusern ausziehen, aber in der Gemeinde ansässig bleiben wollen. Zum Zug kommen können etwa auch Eltern, deren Nachkommen in Gisikon leben. Ein entsprechender Vorvertrag mit der einfachen Gesellschaft Mühlehof, die aus den Firmen Linear Immobilien AG, Mirema AG und Maimmob AG besteht, wurde bereits abgeschlossen, wie Sozialvorsteherin Yolanda Heinrich Blum bekanntgab. Das neue Angebot rechtfertigte sie mit der demografischen Entwicklung, nach der sich die Zahl der über 65-Jährigen von gegenwärtig 108 Personen im Jahr 2030 verdoppelt haben wird. «Wir brauchen einen Ort, wo man alt werden kann», sagte sie. Dafür sei der Standort des Projekts ‚Weitblick 6‘ ideal, und auch Dienstleistungen wie Spitex seien verfügbar. Zudem werfe die Vermietung auch noch Geld ab, rechnete Alois Muri vor. Es sei somit eine einmalige Gelegenheit für Gisikon.

Einige Versammlungsteilnehmer sahen das allerdings anders, bezweifelten das Bedürfnis und fanden, dass nicht die Gemeinde, sondern eine Stiftung als Betreiberin eines solchen Angebots auftreten sollte. Der entsprechende Antrag eines Bürgers fand jedoch nur vereinzelte Zustimmung und wurde deutlich abgeschmettert. Dem Antrag der Gemeinde stimmten die 89 Anwesenden schliesslich überaus deutlich zu und so war Alois Muris Schwitzkur, wie er den zähen Weg zum finalen Ja scherzhaft nannte, erfolgreich beendet.

Im zweiten Teil lief alles glatt
Als Punkt zwei der Tagesordnung, die Genehmigung des Vertrags über die Fusion der Feuerwehren von Honau, Gisikon und Root, an der Reihe war, hatte der Rooter Kommandant Kari Rogenmoser längst eine SMS bekommen, dass die gleichzeitig stattfindende Gemeindeversammlung in Honau wie schon tags zuvor die Rooter ja gesagt hatten. Die Sache war auch in Gisikon rasch unter Dach, so dass dem Vorhaben nichts mehr im Wege steht.

Ebenfalls kaum zu reden gaben die übrigen Traktanden. Das Budget mit einem Defizit von 68‘000 Franken bei einem Gesamtaufwand von etwas weniger als 6 Millionen Franken wurde ebenso diskussionslos gutgeheissen wie die Beibehaltung des Steuerfusses von 1.7 Einheiten. Letzteres sei möglich, nachdem über die Grundstück-Gewinnsteuer erfreuliche Einnahmen geflossen seien und die reduzierte Unternehmens-Gewinnsteuer in Gisikon nicht so stark zu Buche schlage wie in anderen Gemeinden, führte Muri aus.

Zum Schluss der Versammlung rief lediglich die geplante Kneippanlage einige Votanten auf den Plan. Die Informationen über die Abschlussarbeiten an der Photovoltaikanlage auf dem Schulhaus Mühlematt sowie der Umbau des Werkhofes, der durch das Zusammengehen der Feuerwehren nun anders genutzt werden kann, wurden wohlwollend zur Kenntnis genommen.

Gemeindepräsident Gisikon