Über Wohlbefinden reden

Kinder und Jugendliche im Fokus der aktuellen Kampagne zur psychischen Gesundheit

Die Kampagne «Wie geht’s Dir?» regt dazu an, im Alltag über psychische Gesundheit zu sprechen. Im Zentrum der Kampagne stehen Kinder und Jugendliche sowie deren Bezugspersonen. Das Thema betrifft Familien in vielfältiger Weise.

Es ist eine negative Begleiterscheinung unserer Zeit: Bereits Kinder und Jugendliche sind Stress und psychischen Belastungen ausgesetzt. Die Ursachen dafür sind vielfältig und komplex. Meistens spielen verschiedene Faktoren mit, wenn ein Mensch psychisch erkrankt. Gemäss Studien sind bei Kindern und Jugendlichen die häufigsten psychischen Störungen Ängste, Aggressionen, ADHS oder Depressionen. Bei einer Befragung von 1’500 Luzerner Kindern und Jugendlichen im Alter von 11 bis 15 Jahren gab fast jede dritte Person an, sie seien regelmässig ängstlich und traurig. Die Kampagne «Wie geht’s dir?» richtet sich dieses Jahr deshalb an Bezugspersonen von Kindern und Jugendlichen; Eltern, Lehrpersonen, Grosseltern, Jugendarbeitende, Gottis, Göttis, Vereinsleitende usw.

Darüber sprechen hilft
Nicht jede miese Laune bedeutet gleich, dass ein Kind psychisch erkrankt ist. Gefühle wie Angst, Wut und Lustlosigkeit verspürt jedes Kind. Manchmal leidet ein Kind aber über mehrere Wochen oder Monate. Trifft dies zu, sei es besonders wichtig, das Thema offen anzusprechen, sagt Rahel Kurth, Programmleiterin Psychische Gesundheit der Dienststelle Gesundheit und Sport. «Die Kampagne «Wie geht’s Dir?» informiert und gibt Tipps, wie Bezugspersonen das Thema ansprechen können. Je früher eine psychische Erkrankung erkannt und behandelt werde, desto eher könne nach einer guten Lösung gesucht werden. Offen mit Kindern und Jugendlichen zu sprechen sei auch dann wichtig, wenn jemand aus dem nahen Umfeld oder gar eine Bezugsperson psychisch erkrankt, sagt Kurth.

Zusammenarbeit mit Schulen
Begleitet wird die Kampagne «Wie geht’s Dir?» von einer Broschüre und der Webseite www.wie-gehts-dir.lu.ch. Neben Informationen und Ratschlägen finden Betroffene Adressen von Institutionen, die Hilfe anbieten. Ab Oktober finden im Kanton Luzern zudem verschiedene Veranstaltungen statt, unter anderem auch in Schulen. Im Pilotprojekt «Starke Jugendliche machen Schule» setzen zwei Projektschulhäuser das Instrument «Positive peer culture» um, in dem die selbstständige Problemlösung in den Klassenverband eingeführt wird. Für Schulen wird mit «Je suis Cinderella», eine geschlossene Theatervorstellung gegeben einer modernen Variante von Grimms Aschenputtel, welche dazu ermuntert, die eigenen Stärken in den Fokus zu rücken.

Hauptträgerin der nationalen Kampagne «Wie geht’s dir?» ist die Stiftung Pro mente sana. Verschiedene Institutionen und Kantone unterstützten die Kampagne, unter anderem auch der Kanton Luzern.

Tipps für das Umfeld:

Ansprechen: Wenn Sie das Gefühl haben, etwas sei aus dem Lot, so sollten Sie dies ansprechen. Betroffene Kinder und Erwachsene haben manchmal Hemmungen, von sich aus darüber zu sprechen und Hilfe zu holen. Ein Anstoss von aussen kann helfen.

Fragen statt Ratschläge: Auch gut gemeinte Ratschläge sind oft wenig hilfreich. Jede Familie ist anders organisiert und was für die eine Familie hilfreich ist, wäre für die andere vielleicht eine Belastung. Was Müttern, Vätern und Kindern hilft, sind interessierte Fragen. Gehen Sie mit der Einstellung ins Gespräch, dass Sie verstehen wollen, was Ihr Gegenüber erlebt und empfindet.

In Kontakt bleiben: Viele Menschen ziehen sich zurück, wenn es ihnen schlecht geht. Respektieren Sie, wenn jemand Sie mal nicht sehen mag. Bleiben Sie aber hartnäckig und halten Sie den Kontakt aufrecht.

Weitere Gesprächstipps finden Sie unter www.wie-gehts-dir.ch ➞ Gesprächstipps

wie-gehts-dir
wie-gehts-dir
Print Friendly, PDF & Email